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Bayern: Klimawandel im ländlichen Raum - Herausforderung für Landwirtschaft und Wasserwirtschaft

Datum 19.02.2018

Während des Symposiums"Klimawandel im ländlichen Raum" wiesen Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf und Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner darauf hin, dass der Klimawandel auch das Gesicht Bayerns verändern wird. Insbesondere Wasserwirtschaft und Hochwasserschutz, sowie Bauern, Waldbesitzer, Gärtner und Winzer werden die Auswirkungen spüren. Mit einer Reihe von Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels reagieren die bayerischen Ministerien auf diese Herausforderungen.

SymbolbildQuelle: pixabay.de, CC 0

Der Klimawandel ist Fakt. Und er wird auch das Gesicht Bayerns verändern. Vor diesem Hintergrund mahnte die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf: "Wasserwirtschaft und Landwirtschaft sind die Statthalter unserer Lebensqualität. Sie sind das Fundament unserer Zukunftsfähigkeit. Gemeinsam haben wir als Gesellschaft die Verantwortung für die wichtigste Ressource weltweit: unser Wasser." Der Klimawandel bedeutet nicht nur einen Anstieg der mittleren Temperatur, sondern vor allem häufigere Extremereignisse. Das hat mehr Dauer- und Starkregen zur Folge, aber auch mehr Hitzetage und Trockenperioden. Das stellt insbesondere Landwirtschaft und Wasserwirtschaft vor neue Herausforderungen.

Landwirtschaftsminister Helmut Brunner will die Land- und Forstwirtschaft im Freistaat möglichst schnell für den fortschreitenden Klimawandel rüsten. Dazu soll vor allem die Forschung verstärkt werden, kündigte er an. „Unsere Bauern, Waldbesitzer, Gärtner und Winzer sind die Hauptbetroffenen des Klimawandels“, so Brunner. Nicht nur, weil die Zunahme von Witterungsextremen zu höheren Produktions- und Ertragsrisiken führe. Sondern auch, weil wegen der steigenden Temperaturen damit zu rechnen sei, dass sich neue Krankheiten und Schädlinge etablieren. Zudem wirke sich der Klimawandel höchst unterschiedlich auf die heute üblichen Frucht- und Baumarten aus. Umso wichtiger ist es laut Brunner, mit allem Nachdruck an Anpassungsstrategien zu arbeiten. „Wir müssen dafür sorgen, dass die Land- und Forstwirtschaft im Freistaat auch unter geänderten Klimabedingungen erfolgreich und wettbewerbsfähig bleibt“, so der Minister. Deshalb seien eine noch stärkere Vernetzung von Forschungseinrichtungen und ein rascher Transfer neuer Erkenntnisse in die Praxis nötig. Dafür soll laut Brunner im Agrarbereich künftig die neue Zweigstelle der Landesanstalt für Landwirtschaft im niederbayerischen Ruhstorf an der Rott sorgen.

Schwerpunkte sieht der Minister in den kommenden Jahren vor allem in den Bereichen Produktion, Wassermanagement, Wald und Risikovorsorge. Die Züchtung neuer Sorten – laut Brunner die Schlüsseltechnologie für die Erweiterung des Artenspektrums – soll ebenso vorangetrieben werden wie die Erforschung effektiver Bewässerungssysteme und der Umbau labiler Nadel- in klimatolerante Mischwälder. Zudem braucht es dem Minister zufolge neue Vorsorgekonzepte, denn ohne Versicherungsschutz könne es künftig teuer werden für die Landwirtschaft. Ständige staatliche Katastrophenhilfen seien der Gesellschaft nämlich auf Dauer nicht vermittelbar.

Die Wasserwirtschaft reagiert mit einer breit angelegten Anpassungsstrategie auf die Folgen des Klimawandels. Ein wesentlicher Schwerpunkt ist der Umgang mit Wasserknappheit. Denn gerade in Trockenzeiten, in denen Wasser ohnehin knapp ist, steigt auch der Bedarf der Landwirtschaft für Bewässerungen. "Vorausschauend handeln heißt in diesem Zusammenhang, Risiken im Pflanzenbau zu minimieren. Dabei fahren wir zweigleisig: Zum einen suchen wir heute bereits die Pflanzen, die mit den Bedingungen von morgen zurechtkommen. Zum anderen verlängern wir unser Förderprogramm für gewässerschonende und umweltverträgliche Bewässerungskonzepte in der Landwirtschaft bis Ende 2018", so Scharf. Mit dem Programm wird die Aufstellung von Konzepten zum Zweck der nachhaltigen Bewässerung von landwirtschaftlichen Kulturen gefördert, wie beispielsweise Wein oder Gemüse. Im Fall einer Förderung übernimmt der Freistaat 75 Prozent der Kosten. Im Projektverbund BayKlimaFit werden außerdem Strategien entwickelt, wie ausgewählte Kulturpflanzen an Extremwetterereignisse wie Trockenheit – ausgelöst durch den Klimawandel – angepasst werden können. Erste Erkenntnisse für Gerstenpflanzen stehen bayerischen Zuchtbetrieben bereits jetzt zur Verfügung.

Einen weiteren Schwerpunkt bildet der Hochwasserschutz. Scharf: "Das Hochwasserschutzprogramm 2020plus ist unser Schutzschild gegen zu viel Wasser. Mit insgesamt 3,4 Milliarden Euro ist es das größte wasserbauliche Infrastrukturprogramm in der 100-jährigen Geschichte des Freistaats. Nach den verheerenden Ereignissen von 2016 haben wir nochmals nachgelegt, um das Thema 'Sturzfluten' in den Blick zu nehmen. In einem aktuellen Sonderförderprogramm stehen dafür rund 3 Millionen Euro zur Verfügung." Das Programm ist insbesondere für kleinere Kommunen gedacht. Für sie können Sturzfluten eine existenzielle Bedrohung sein. Ziel ist es, auch die Hochwassergefahren von sogenanntem wild abfließendem Wasser in einer Kommune zu erkennen.

Lesen Sie dies und mehr auf den Seiten des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz

... und des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

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