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Wuppertal Institut: Bestandsaufnahme transnationaler Klima-Governance

Datum 09.10.2018

Projektbericht untersucht in wie weit der internationale Regimekomplex dazu beiträgt, den Klimawandel zu bekämpfen

Klimapolitik - SymbolbildQuelle: Quelle: flickr - Pamela Drew (CC BY – NC 2.0)

Die Bekämpfung des Klimawandels erfordert eine grundlegende und gleichzeitige Transformation verschiedener sektoraler Systeme, die für das Funktionieren der Volkswirtschaft und Gesellschaft wesentlich sind – darunter Energie, Verkehr, Gebäude und Landwirtschaft. Ein neuer Bericht des COP21 RIPPLES-Projekts untersucht sektorspezifische Herausforderungen der Dekarbonisierung und welche Beiträge internationale Governance leisten könnte, um diese Herausforderungen zu überwinden. Der Bericht basiert auf dem vorangegangenen Bericht "Key Concepts, Core Challenges and Governance Functions of International Climate Governance". Er wurde erstellt von Tim Rayner und Zoha Shawoo (University of East Anglia), Lukas Hermwille, Wolfgang Obergassel, Florian Mersmann, Friederike Asche, Frederic Rudolph, Oliver Lah und Santhosh Kodukala (Wuppertal Institut), Sebastian Oberthür, Gauri Khandekar, und Tomas Wyns (Institute for European Studies at the Free University Brussels, IES-VUB), Bianka Kretschmer, Damon Jones, Mahlet Melkie sowie Luis Zamarioli (Climate Analytics).

Die Verabschiedung des Pariser Klimaschutzabkommens war ein Meilenstein für die Klimapolitik. Die internationale Klima-Governance ist jedoch nicht beschränkt auf den Prozess unter der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (United Nations Framework Convention on Climate Change, UNFCCC). "Es entwickelt sich darüber hinaus ein breiterer Regime-Komplex, der aus anderen internationalen Organisationen, Ländergruppen sowie Gruppen nicht-staatlicher Akteuren besteht", sagt Lukas Hermwille, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik am Wuppertal Institut.

Der Bericht untersucht daher, in wie weit dieser Regimekomplex dazu beiträgt, den Klimawandel zu bekämpfen. Die Analyse zeigt, dass in einer Reihe von sektoralen Systemen ein hoher Grad an Governance-Aktivitäten stattfindet. Hermwille ergänzt: "Diese Aktivitäten tendieren jedoch dazu, sich auf die einfachsten Governance-Funktionen zu beziehen, beispielsweise Lernen und der Aufbau von Wissen, oder sich auf begrenzte Nischen zu beschränken." In allen sektoralen Systemen klafft eine Lücke zwischen dem was notwendig wäre und dem was derzeit geleistet wird, insbesondere in Bezug auf das Setzen verbindlicher Regeln sowie in Bezug auf das Senden starker Signale.

Effektivere Klimaschutzanstrengungen erfordern aber auch höhere Koordination oder Orchestrierung – teilweise von Seiten der Klimarahmenkonvention, teilweise aber auch von Institutionen wie der G20 sowie von bestehenden oder neu zu schaffenden sektoralen Institutionen. "Für die Europäische Union ist es erforderlich, neu zu bewerten, was es heißt, Führung in einer zunehmend 'polyzentrischen' Governance-Landschaft zu übernehmen", sagt Wolfgang Obergassel, Projektleiter in der Abteilung Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik am Wuppertal Institut.

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