Deutsches Klimaportal - Klimadienste für Deutschland

13.04.2016

Die Ursachen des Klimawandels: Es herrscht Konsens über den Konsens

Studien zufolge sind mehr als 90 Prozent der Fachleute davon überzeugt, dass menschliche Einflüsse die Hauptursache des gegenwärtigen Klimawandels sind. klimafakten.de berichtet über eine neue Meta-Studie, die diesen Befund erneut bestätigt.

Kein Argument ist in Diskussionen über den Klimawandel so überzeugend wie dieses: Mehr als 90 Prozent der aktiven Klimaforscher sind sich einig, dass der Mensch die Hauptursache des gegenwärtigen Klimawandels ist. Dass es einen solchen Konsens der Fachleute gibt, haben in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe voneinander unabhängiger Untersuchungen ergeben. Eine Metastudie im Journal Environmental Research Letters bestätigt diesen Befund nun ein weiteres Mal. Und sie zeigt: Je kompetenter die befragten Wissenschaftler waren, desto größer war die Einigkeit.

John Cook von der Universität of Queensland im australischen Brisbane hat für den Aufsatz die Autoren von sechs früheren Studien zum Thema versammelt. In ihrer gemeinsamen Meta-Studie kommen die Autoren zusammen mit Cook zu dem Fazit, dass der Konsens unter Klimaforschern "bei 90 bis 100 Prozent" liegt und dies ein "robustes" (heißt: gut abgesichertes) Forschungsergebnis ist. Der neue Aufsatz ist der vorläufige Schlusspunkt einer längeren Auseinandersetzung zwischen Cook und dem niederländeischen Ökonom Richard Tol, der frühere Studien kritisiert hatte.

Ein weiteres Kernergebnis der Meta-Studie lautet, dass der Grad des ermittelten Konsens' stark davon abhängig ist, wie sachkompetent die Befragten sind: Unter Klimaforschern, die tatsächlich auf dem Gebiet aktiv sind (also auf begutachtete Veröffentlichungen in Fachjournalen verweisen können) ist die Übereinstimmung nahe hundert Prozent. Hingegen findet sich eine deutlich niedrigere Einigkeit ob der Ursachen des Klimawandels, wenn man Wissenschaftler (oder Laien) befragt, die nicht im Forschungsfeld aktiv sind.

Stephan Lewandowsky, Professor an der Universität Bristol und einer der Autoren der aktuellen Studie, fasst das Ergebnis bündig zusammen: "Es ist klar: Wenn die Expertise steigt, steigt auch der Konsens."

Publikation:

John Cook, Naomi Oreskes, Peter T Doran, William R L Anderegg, Bart Verheggen, Ed W Maibach, J Stuart Carlton, Stephan Lewandowsky, Andrew G Skuce, Sarah A Green et al.: 'Consensus on consensus: a synthesis of consensus estimates on human-caused global warming‘, Environmental Research Letters, Vol. 11, Number 4.

Direkt zur Publikation auf den Seiten der Environmental Research Letters (in Englisch)

Lesen Sie dies und mehr auf den Seiten von klimafakten.de

Zusatzinformationen

Nachrichten aus dem Bereich Sektorübergreifend

Beim Klimaschutz rückt die Architektur des Welthandels in den Blick30.06.2022

Die Politik sollte einige Regeln ändern – und andere stärker nutzen. Ein Agenda-Aufschlag von …

Die Folgen des Klimawandels in den Alpen sind vom Weltall aus sichtbar30.06.2022

Die Klimaerwärmung trifft den Alpenraum besonders stark. Wie die Arktis wird auch das europäische …

Brandgefährlicher Klimawandel30.06.2022

Waldbrände rechtzeitig erkennen, Waldbrände vermeiden und wenn's passiert ist, effektiv und …

Vorbereiten auf die Klimafolgen28.06.2022

UKL -Mediziner blicken auf gesundheitliche Auswirkungen des Klimawandels/ Erstellung eines …

Wohl dem, der Wärme liebt27.06.2022

Naturschutzdaten aus 40 Jahren: Bestandstrends heimischer Insekten

Hinweis zur Verwendung von Cookies

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen zum Datenschutz erhalten Sie über den folgenden Link: Datenschutz

OK