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Weltklimakonferenz - Brandenburgs Wälder sind Opfer und Retter zugleich

Datum 14.11.2017

Während auf der Weltklimakonferenz in Bonn bis zum 17. November über den Schutz des Weltklimas verhandelt wird, sind in den heimischen Wäldern die Auswirkungen bereits zu spüren und das notwendige forstliche Handeln hat schon lange begonnen. Waldumbau, Forstwirtschaft und Holznutzung tragen zum Klimaschutz bei.

Brandenburgs Wälder sind Opfer und Retter zugleichQuelle: Ingram Vitantonio Cicorella / panthermedia.net

Der Klimawandel ist auch in den Wäldern angekommen. Die Häufung und Verschärfung von Witterungsextremen wie Hitze, Trockenheit und Stürme bedeuten große Gefahren. Zunehmender Schädlingsbefall mit bekannten und neuen Arten ist eine weitere Herausforderung. Der Klimawandel bedroht den bisherigen Lebensraum Wald und damit auch die Artenvielfalt des Ökosystems. Dies hat nicht nur schwerwiegende Folgen für die Natur; auch die Versorgung der Wirtschaft mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz kann unter Druck geraten.

Dem Klimawandel mit Waldumbau begegnen

Der Landesbetrieb Forst Brandenburg (LFB) setzt für den Wald der Zukunft auf den Waldumbau, also die stabile Mischungen mit Laubbaumarten, die gut angepasst sind. Hierzu zählen heimische Arten wie Eiche, Buche und Linde. Die robuste Kiefer wird dabei weiterhin eine wichtige Rolle spielen, jedoch nicht mehr in großflächigen Reinbeständen wie bisher. Hinzu kommen Baumarten wie die aus Nordamerika stammende Douglasie, welche sich seit über 140 Jahren im Waldbau auch auf trockeneren Standorten bewährt hat.

Bereits seit Jahrzehnten wird in Brandenburg der Wald so umgebaut. Jedes Jahr werden im Landesforst rund 6 Millionen neue Laubbäume gepflanzt und bisherige Monokulturen in wertvolle Mischwälder umgewandelt. Zudem wird die natürliche Verjüngung der Baumarten gefördert. Für private und kommunale Waldbesitzer stehen für den Waldumbau Fördermittel in ausreichender Höhe zur Verfügung. Auch dort wird der Wald jedes Jahr bunter, gemischter und damit stabiler.

Vielfalt anstatt alles auf eine Karte zu setzen

Sollten in Zukunft einzelne Baumarten aufgrund von Extremereignissen, neuartigen Krankheiten, Schadinsekten oder Pilzen ausfallen, können dann die anderen Bäume diese Lücken ausfüllen. Für diesen Waldumbau wird von Forstleuten und Waldbesitzern großes Engagement und fachliches Fingerspitzengefühl abverlangt. Zudem braucht dieses Generationenprogramm Geduld, da Wälder langsamer wachsen als der Klimawandel möglicherweise voran schreitet.

Wälder sind regional und weltweit wichtige Klimafaktoren

Weltweit ist der Wald ein wichtiger Faktor für das Weltklima. Zusammen mit den Weltmeeren ist er der wichtigste Kohlenstoffspeicher. Im Holz der Waldbäume und in den Waldböden sind in Deutschland aktuell rund 2,5 Milliarden Tonnen Kohlenstoff gebunden. Zusätzlich entzieht der Wald der Atmosphäre durch das Wachstum der Bäume Kohlendioxid. Holzprodukte verlängern die Bindung des von den Bäumen aufgenommenen Kohlenstoffs. Mit der bewussten Nutzung langlebiger Holzprodukte wie z. B. Holzhäuser oder Möbel kann jeder zum Klimaschützer werden.

Lesen Sie dies und mehr auf den Seiten des Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg (MLUL)