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Bundesregierung: Klimafreundlicher Verkehr - Zwölf Weltstädte fahren bald Elektrobus

Datum 08.11.2017

Zwölf Weltstädte wollen bis 2025 größtenteils abgasfrei sein. Sie haben sich verpflichtet, ab diesem Zeitpunkt im Nahverkehr nur noch Elektrobusse einzusetzen. Und auch viele Staaten arbeiten daran, den Verkehr frei von fossilen Treibstoffen zu machen.

Durchschnittliche Treibhausgas-Emissionen im Vergleich Durchschnittliche Treibhausgas-Emissionen im VergleichDurchschnittliche Treibhausgas-Emissionen im Vergleich Quelle: Bundesumweltministerium

Der Verkehr in Städten treibt den Klimawandel an. Deshalb entwickeln immer mehr Städte auf der Welt Aktionspläne, um ihre Einwohner zum Umstieg vom Auto in die öffentlichen Verkehrsmittel zu bewegen. Andere Ebenen unterstützen sie dabei: Viele Staaten wollen in absehbarer Zeit nur noch emissionsfreie Kraftfahrzeuge neu zulassen und fördern den Umstieg auf Fahrzeuge mit Elektroantrieb.

Weltstädte wollen elektrische Busse einführen

Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister von zwölf großen Städten haben im Oktober erklärt, bis 2025 einen großen Teil ihrer Städte abgasfrei zu machen: Sie werden ab 2025 im Nahverkehr nur noch Busse ohne CO2-Emissionen einsetzen.

In ihrer "Fossil-Fuel-Free Streets Declaration" verpflichten sich die Stadtoberhäupter, dafür zu sorgen, dass ihre Städte grüner und gesünder werden. Sie sollen als attraktive Orte zum Leben weiter entwickelt werden: mit sicheren Straßen und für jeden nutzbar. Die Atemluft soll sauber und frei von gesundheitsschädlichen Emissionen sein. Dies steigere die Lebensqualität aller Stadtbewohner und helfe, der globalen Bedrohung des Klimawandels zu begegnen, erklärten die zwölf Stadtoberhäupter.

Unterzeichnet haben die Städte Los Angeles, Seattle, Vancouver, Quito, Mexiko-Stadt, Kapstadt, Auckland sowie die europäischen Großstädte London, Paris, Kopenhagen, Barcelona und Mailand.

Alle Unterzeichner-Städte gehören zum Netzwerk der 40 Städte, das nach der Pariser Klimaschutzkonferenz stärker ins Blickfeld geraten ist. Denn Städte haben einen großen Einfluss darauf, die Klimaschutzziele zu erreichen. Das Netzwerk, dem aus Deutschland auch Berlin und Heidelberg angeschlossen sind, sorgt für beständigen Austausch von Erfahrungswissen und bester Praxis untereinander.

Städte drohen im Verkehr zu ersticken

Weltweit gibt es heute mehr als 1,2 Milliarden Kraftfahrzeuge, davon sind über 900 Millionen Pkw. Diese Zahl wird voraussichtlich bis 2035 auf zwei Milliarden steigen. Der heutige Verkehr ist nahezu vollständig von fossilen Brennstoffen abhängig. Verbrennungsmotoren produzieren Kohlenstoffdioxide und Stickoxide, die der Gesundheit schaden und den Klimawandel antreiben.

Staus und Smog prägen nicht nur das Leben in Megastädten wie Peking oder Mexiko-Stadt. Auch in Europa ist es eng auf den Straßen, und die Atemluft ist "verpestet": In Deutschland gehen rund 18 Prozent der direkten CO2-Emissionen auf das Konto des Verkehrs, der damit drittgrößter Verursacher des Treibhausgas-Ausstoßes ist.

Die Mobilität muss in allen Industrie- und Schwellenländern umweltverträglicher werden. Nur so lassen sich die mit dem Pariser Abkommen vereinbarten Klimaschutzziele im Bereich Verkehr erreichen. Die Elektromobilität ist ein Baustein auf diesem Weg. Der notwendige Strom zum Aufladen kann aus heimischer, dauerhaft verfügbarer Energie aus erneuerbaren Quellen eingespeist werden.

Einstieg in die Elektromobilität

Vor allem die Industrienationen der Welt haben erkannt, dass die fossilen Ressourcen nicht nur schädlich für das Klima und die Gesundheit, sondern auch begrenzt sind. Der Treibstoff für die Mobilität muss immer aufwendiger gewonnen werden. Das Umsteuern auf Elektromobilität hat daher schon begonnen: in Europa, China und Indien.

Die EU-Kommission hat ihren Vorschlag für klimafreundlicheren Verkehr vorgestellt. Neuwagen sollen bis 2025 im Schnitt 15 Prozent weniger Kohlendioxid ausstoßen, bis 2030 dann 30 Prozent weniger. Autobauer, die dieses Ziel verfehlen, sollen empfindliche Strafen bekommen. Bis 2030 sollen möglichst 30 Prozent der Neuwagen mit Elektro- oder anderen alternativen Antrieben ausgestattet sein.

Mit steuerlichen Anreizen und Kaufprämien haben Norwegen und die Niederlande den Einstieg in die Elektromobilität bereits erfolgreich vollzogen. China will den Anteil der elektrisch betriebenen Neuwagen bis 2025 auf 15 bis 20 Prozent erhöhen. Indien plant, den Verkauf von Autos mit Verbrennungsmotor ab 2030 zu verbieten. Frankreich will ein solches Verbot bis 2040 einführen, Großbritannien bis 2050.

Deutschland hat 2007 die Elektromobilität zum wichtigen Baustein für den Klimaschutz erklärt und zwei Jahre später einen entsprechenden Handlungsrahmen festgelegt. Einen maßgeblichen Beitrag dazu leistet die Elektrifizierung der Neuwagenflotte. Mit über zwei Milliarden Euro fördert die Bundesregierung den Ausbau der Infrastruktur und der Erforschung und Erprobung neuer Antriebe. Kaufprämien und steuerliche Anreize sollen den Umstieg auf ein Elektrofahrzeug zusätzlich erleichtern.

Mit dem 2016 beschlossenen Klimaschutzplan 2050 strebt die Bundesregierung die Weichenstellung für mehr Klimaschutz und weniger Ausstoß von Triebhausgasen an: Bis 2030 sollen die Emissionen von Personenkraftwagen maßgeblich gesenkt werden. Gleichzeitig ist es wichtig, den öffentlichen Nahverkehr attraktiver zu machen und "intelligente" Verkehrskonzepte für Stadt und Land zu fördern.

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